Abenteuerreisen in Lesotho. Prima, und wo ist Lesotho?

Lesotho, das unbekannte Königreich

Lesotho ist nicht gerade ein Afrikanisches Land, das vom Massentourismus überlaufen wäre. Für Insider jedoch ist Lesotho ein erstklassiges Ziel.

Ein wirklich kleiner Staat innerhalb Südafrikas ist das Königreich Lesotho. Es grenzt unmittelbar an den Oranje-Freistaat und ist rundum von Südafrika „eingeschlossen“.
Das nur 30.000 Quadratkilometer kleine Land gilt als die Schweiz Afrikas. Es ist etwa so groß wie Belgien oder wie Berlin und Brandenburg zusammen.

Lesotho ist wie gesagt nicht gerade von Touristen überlaufen. Die wenigen die hierherkommen, sind Abenteurer, Wanderer und Menschen, die die Natur in ihrer Abgeschiedenheit suchen und lieben, sie haben ganz bestimmte Vorstellungen und Ziele. Hinzu kommt, dass viele der Sehenswürdigkeiten in der zerklüfteten Hochgebirgslandschaft oft nur zu Fuß oder auf dem Rücken von Eseln oder Ponys zu erreichen sind.

Maseru Lesotho 870x450

Ehemalige Handelsstation ist Wirtschaftszentrum des Landes

Die Hauptstadt Maseru mit immerhin ca. 200.000 Einwohnern, ist Dreh und Angelpunkt des Landes. Eine recht moderne Stadt die gleichzeitig auch das Wirtschaftszentrum des Landes ist und in der nahezu alle Fernstraßen des Landes zusammenlaufen.

Mehr als 90 % des Landes liegen in einer Höhe von um die 3.000 Metern. Ein wild zerklüftetes Plateau, dass sich über das umgebene Farmland erhebt. Im Osten sind die wohl höchsten und schönsten Berge, die Drakensberge, eine natürliche Grenze.
Lesotho hat zu seinem einzigen Nachbarn eine gemeinsame Grenze von über 1.000 Km.
Die Lowlands liegen in einer Höhe von ca. 1.500 Meter und sind am dichtesten besiedelt. Die Landschaft ist „wildromantisch“ und ist von Flusstälern und Tafelbergen geprägt.

Drakensberge Lesotho 870x450

Die Schweiz Afrikas

Lesotho wird auch als die Schweiz Afrikas bezeichnet. Aber wer will schon die Schweiz, wenn er nach Afrika reist? Nicht ganz richtig. Wenn man im Landesinneren von Südafrika unterwegs ist, lohnt sich ein Trip nach Lesotho durchaus. Das Königreich lockt mit grandioser Natur. Einige der Touristen kommen nach Lesotho, um zu Fuß, auf Eseln oder mit Mountain Bikes das Land zu erkunden. Hier gehört aber schon eine ganze Portion Kondition dazu, um die teils recht anstrengenden Wege zu bewältigen. Belohnt wird man allerdings reichlich mit einer traumhaft schönen Natur und sagenhaften Ausblicken auf Himmelhohe Pässe, tiefe Schluchten und romantische Wasserfälle.

Im Gegensatz zu den Lowlands liegen die Highlands im Osten in deutlich über 2.000 Metern Höhe.
Die Highlands sind durch tiefe Flusstäler geprägt, die sich im Laufe der Jahrtausende durch die zahlreichen Berge und Bergketten gefressen haben.

Eine Autofahrt nur für wirklich geübte Geländefahrer

Außer einer wunderschönen Landschaft hat Lesotho kaum etwas zu bieten. Nicht einmal Großwild kommt auf dieser Höhe vor. Dafür gibt es eine Fülle schönster Wanderwege mit Ausblicken, die atemberaubend sind. Es gilt jedoch zu beachten, dass im Sommer viele Wege wegen Regens selbst mit Allrad Fahrzeugen nicht zu passieren sind. Im Winter kann es durchaus sein, dass es schneit und man auch nicht weiterkommt. Einigermaßen sichere Wetterbedingungen hat man zwischen August und Oktober mit fast garantiert tiefblauem Himmel.

Wildes Lesotho 870x450

Canyons, Schluchten, Pässe und Wasserfälle

Wenn man von der Hauptstadt aus in Richtung Norden fährt, kommt man über Teyateyaneng und Hlotse-Leribe nach Butha Buthe. Eine Fahrt mit Blick auf bizarre Sandsteinformationen. Für die ca. 120 Km lange Strecke muss man genügend Zeit einplanen, ganz besonders, wenn man südlich von Butha-Buthe den Tsehlanyane Nationalpark mit seiner beeindruckenden Pflanzenvielfalt, besuchen möchte.
Sie sehen, schon alleine die Namen sind für uns völlig fremd und ungewohnt. Die Aussprache der Namen ist für unsere Zungen kaum möglich, und wenn, dann stimmt die Betonung nicht. Dafür sind die Menschen außerordentlich freundlich und hilfsbereit.

Wirklich sehenswert ist auch ein Besuch des Marktes in Butha-Buthe, der eine Fülle lokaler Produkte anbietet. Etwas weiter nördlich liegt die Liphofung Cultural Site mit einer Ausstellung über die Geschichte der San und Höhlen mit herausragenden Felszeichnungen.

Sani Pass Lesotho 870x450

Ein frisches Bier in fast 3.000 Metern Höhe

Über den 3.300 m hohen Tiaeng Pass erreicht man Mokhotlong. Ab hier kommt man nur mit einem 4×4 Fahrzeug auf abenteuerlichen Straßen weiter.
Ein besonderer Ort ist der Sani Pass. Hier befindet sich die höchstgelegene Kneipe Afrikas in 2.900 m Höhe gelegen.
Die urige Kneipe verfügt über eine bestens ausgestattete Bar, eine gute Küche und, welche Freude, ein frisch gezapftes Bier vom Fass.

Als Draufgabe bekommt man einen atemberaubenden Blick über die Provinz Kwa-Zulu/Natal.

Wer unbedingt will, kann sein Glück versuchen
Natürlich darf man das Glücksspielparadies Lesotho nicht unerwähnt lassen. Es ist bei Weitem kein „Klein Las Vegas“, wie es oft genannt wird, aber immerhin gibt es in einigen der großen Hotels Spielsäle mit der Möglichkeit, sein Geld los zu werden.

Handelsware Wasser

Von den wenigen Touristen und den geringen Gold- und Diamantenfunden, kann Lesotho nicht leben. Aber Lesotho hat etwas, was in Afrika mit Gold aufgewogen Wird. Wasser.
In Lesotho entspringen die beiden bedeutendsten südafrikanischen Flüsse. Der Oranje und der Caladon.

Maletsunyane Lesotho 870x450

Die Flüsse haben in dem weichen Sandstein im Laufe der Jahrhunderte tiefe Canyons gebildet. Der Maletsunyane Wasserfall bei Semonkong ist mit seiner Fallhöhe von über 190 Metern der höchste ununterbrochene Wasserfall im südlichen Afrika.

Ein Abkommen zwischen Lesotho und Südafrika sieht vor, dass mehrere Talsperren gebaut werden und das Wasser nach Südafrika „geliefert“ wird. Die Hauptwassermenge soll in den Raum Johannesburg transportiert werden. Von den sechs geplanten Talsperren sind zwei im Bau bzw. schon fertig. Das Projekt ist international mehr als umstritten. Das umgeleitete Wasser soll auch noch der Energiegewinnung dienen. Großes Interesse ist auch von Botswana bekundet worden.

Für Unruhe sorgt auch, dass groß geplante Umsiedlungen nötig sind, um die Talsperren bauen zu können. Bei den bisherigen fertig gestellten Projekten sind noch keine Abfindungen bezahlt worden, obwohl Lesotho durch die eine fertig gestellte Talsperre monatliche Einnahmen von ca. 2 Millionen Euro generiert.

Katse Damm 870 x 450

Der Wasserbedarf in Südafrika ist im wahrsten Sinn des Wortes ein Fass ohne Boden.
Wurden noch im Jahr 1990 ca. 22 Milliarden Kubikmeter Wasser benötigt, werden es in wenigen Jahren ca. 30 Milliarden Kubikmeter sein.

Wasserverschwendung in großem Stil

Die Steigerung des Bedarfs beruht aber nicht nur auf dem notwendigen Wasserbedarf, sondern auch auf reiner Verschwendung. In den wohlhabenden Vororten von Johannesburg oder Pretoria werden häufig die Swimmingpools neu befüllt, um „sie abzukühlen“. In etlichen Straßencafés werden Wassersprühanlagen eingesetzt, um die Hitze auf den Terrassen erträglicher zu machen. Die Leitungen weisen Lecks auf, aus denen große Mengen wertvollen Trinkwassers verloren gehen.

Es ist in Afrika also nicht anders, als sonst wo in der Welt.

Wenn es Sie interessiert, wie ich meine vielen Afrikareisen finanziere, sehen Sie sich doch den kleinen Film an, den ich angehängt habe.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Reise.

 

Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

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