Besucher aus dem All, ein Meteorit

Der Hoba Meteorit ist nur eines der Highlights

Von der Gästefarm Erindi Onganga aus machen wir uns auf den Weg, das Okavango Gebiet und den Caprivi Zipfel zu erkunden, allerdings nicht, ohne den Hoba Meteorit anzusehen. Der Caprivi oder Caprivi strip wurde im Jahr 2013 in „Region Zambesi“ und „Kavango-Ost“ umbenannt. Ich gebe zu, daran muss man sich erst gewöhnen.

Von der Farm aus geht es auf die C 33 in Richtung Nord-Osten. Auf dem Weg dahin gibt es zwei Ziele, die wir gerne besuchen wollen. Über Otjiwarongo und Otavi geht es Richtung Grootfontein.

Das erste Ziel ist der Hoba Meteorit. Gleich nach Grootfontein auf die C 42 abbiegen und man erreicht nach kurzer Zeit das gut ausgeschilderte „Nationale Monument“.

Besucher aus dem All

Namibia ist bekannt dafür, dass hier besonders viele Meteoriten niedergegangen sind. Im Süden Namibias sind ganze Meteoritenschwärme nachgewiesen, die allerdings im Gegensatz zum Hoba Meteorit nur aus Bruchstücken bestehen, die man in Windhoek bewundern kann.

Der Einzelmeteorit „Hoba“, mit einer Kantenlänge von 3 Metern und einer Dicke von mehr als einem Meter, bringt immerhin fast 60 Tonnen auf die Waage. Hier handelt es sich im Gegensatz zu den vielen Steinmeteoriten um einen Eisenmeteor.

Hoba Meteorit 870x450

Besonders faszinierend finde ich, dass mehrere Metallverbindungen und Spurenelemente nachgewiesen wurden, die es auf der Erde gar nicht gibt.

Ich kann mir gut vorstellen, was Menschen, die vor 80.000 Jahren gelebt haben könnten, gedacht haben, als ihnen „der Himmel auf den Kopf“ gefallen ist.

Höhlen mit eingestürztem Dach

Ein weiteres Highlight sind der Otjikoto See und sein „Zwilling“, der Guinas See. Zum Otjikoto- und Guinas-See gelangt man von Tsumeb kommend über die B1. Der Otjikoto See liegt ca. 20 Km außerhalb von Tsumeb unmittelbar an der Hauptstraße. Den Guinas See erreicht man etwa 20Km weiter westlich nahe der Schotterstraße D 3043. Die beiden Seen sind die Einzigen in Namibia, die das ganze Jahr über mit Wasser gefüllt sind. Bei den Seen handelt es sich um Karstseen, die sich aus Dolinen gebildet haben. Dolinen wiederum sind Hohlräume, die sich unter der Erde bilden und beträchtliche Größe erreichen können. Die Seen haben eine Breite von 70 bis 120 Metern und eine Tiefe von 55 Metern bis 120 Meter.

Otjikoto See 870x450

In der Eingeborenensprache bedeutet Otjikoto „tiefes Loch“, was die Karsthöhlen richtig bezeichnet. Übrigens Höhlen. Diese Karstseen sind an sich nichts anderes, als Höhlen, deren Decken eingestürzt sind und sich durch den tiefer liegenden Grundwasserspiegel mit Wasser gefüllt haben.

Da ich im weitesten Sinne mit der Gewinnung und Aufbereitung von Kalkstein zu tun hatten, fasziniert mich die Geologie Namibias besonders. Wenn ich Sie damit langweilen sollte, überspringen Sie einfach diesen Absatz.(Zu spät, Sie haben ihn schon gelesen?)

Grootfontein, die grüne Lunge Namibias

Wir haben uns doch länger aufgehalten, als beabsichtigt. Aber was soll’s, wir haben ja Zeit. Wir beschließen, in Grootfontein zu übernachten. Grootfontein (große Quelle) ist ein Ort mit ca. 10.000 Einwohnern und allem was man so braucht. Wir sehen uns noch die alte Feste an, nachdem wir das Auto voll getankt und auch unsere Vorräte aufgefüllt hatten.

Quellwasser Grootfontein 870x450

Es ist einfach wunderschön hier. Die ganze Stadt leuchtet rot oder lila durch die vielen blühenden Jacaranda Bäume. Da es hier auch Wasser in Überfluss gibt, ist die ganze Gegend grün und es blüht überall. Als Zwischenstopp ist Grootfontein bestens geeignet, wenn man das Okavango Delta oder den Caprivi bereisen will.

Nach einem erstklassigen Abendessen gehen wir zufrieden zu Bett, wollen wir doch morgen in aller Frühe weiter.

Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

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