Bloemfontein, Südafrikas Hochburg der Buren

Ein Naturreservat mitten in Bloemfontein

Wenn man schon in Kimberley ist, bietet sich eine Weiterfahrt nach Bloemfontein, der Hauptstadt des Oranje-Freistaates, an. Gerade einmal eine gute Stunde von Kimberley in östlicher Richtung entfernt ist Bloemfontein die historische, reizvolle aber konservative Landesmitte. Bloemfontein, oder auf Deutsch die Blumenquelle, wird auch die Stadt der Rosen genannt.

Tiere in der Stadt 870x450

Eine weitere Besonderheit ist, dass Bloemfontein wohl die einzige Stadt sein dürfte, deren Zentrum aus einem ausgedehnten Naturreservat mit frei lebenden Tieren besteht. Einfach faszinierend. Bloemfontein wird auch die Stadt der Geparden genannt.

Die ganze Geschichte der Buren können Sie hier bei Wikipedia nachlesen.

Historische Gebäude prägen die Stadt

Prächtige historische Häuser prägen das Stadtbild. Man errichtete verschiedene Verwaltungsgebäude, und noch heute prägen die vielen gut erhaltenen historischen Bauten das Gesicht der Stadt. Wenn man durch die Straßen flaniert, glaubt man sich in die Zeit Ende des 18. Jahrhundert versetzt. Wenn eine „Pickelhaube“ um die Ecke kommt, würde man sich nicht wundern.

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Bloemfontein zählt heute rund 400.000 Einwohner. Neben der Funktion als Provinzhauptstadt spielt Bloemfontein noch eine wichtige Rolle als dritte Hauptstadt Südafrikas, denn hier hat das „Supreme Court“, oberstes südafrikanisches Gericht, seinen Sitz.

Gästefarmen und Parks bieten viele Aktivitäten.

Rund um Bloemfontein gibt es neben den großen Hotels der bekannten Hotelketten auch eine Reihe interessanter Gästefarmen, die zum Aufenthalt einladen. Dort kann man nicht nur den Farmern bei der Arbeit zusehen, sondern auch wandern, reiten oder angeln.
Einige besonders Ziele sind eine Reihe sehr schön angelegter Parks. Hier sticht besonders der Kings Park mit vielen Tausend Rosensträuchern und einem idyllischen See heraus. Der mehrere Hektar große botanische Garten zeigt eine beeindruckende Orchideen Sammlung. Eine ehemalige Sternwarte wurde in ein Theater umgewandelt. In einigen Kilometern Entfernung gibt es eine große Zahl weiterer Sehenswürdigkeiten.

Gästefarm 870x450

Der Oranje-Freistaat war einst eine unabhängige Burenrepublik im südlichen Afrika, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts existierte. Der Oranje-Freistaat verlor seine Unabhängigkeit infolge der Burenkriege.

Grund für den Burenkrieg war ein Konflikt zwischen Großbritannien, der Burenrepublik Oranje Freistaat und Transvaal. Der Zwist endete mit der Eingliederung in das britische Imperium, was verständlicherweise den Buren gar nicht passte. Großbritannien wollte sich die Bodenschätze sichern und die Buren wollten sich nicht bezüglich des Umgangs mit der schwarzen Bevölkerung reinreden lassen.

Das Gebiet des damaligen Oranje-Freistaates erhielt 1910 seinen Namen zurück, bildet aber seither eine südafrikanische Provinz.

Landwirtschaft Bloemfontein 870x450

Einst unabhängige Burenrepublik

Nachdem die Briten den Buren, Nachfahren niederländischer, französischer und deutscher Siedler, die Sklaverei verboten hatten, wanderten die Bauern oder Voortrekker wie sie genannt wurden, aus und wandten sich nach Norden. Die Sklaverei war eine der wirtschaftlichen Grundlagen ihrer Landwirtschaft, die vorwiegend auf dem Anbau von Weizen und Mais basierte. In Pretoria gibt es ein sehenswertes Voortrekker-Denkmal.
Das Denkmal ist ein Monument mit über 40 Metern Höhe, das die Geschichte des großen Trecks zeigt.

Der Geist der Apartheid lebt.

Viele Buren trauern den „freien“ Tagen auch heute noch immer nach und akzeptieren Schwarze bestenfalls als Handlanger oder billige Arbeitskräfte.
In den ländlichen Gebieten der nördlichen Kap Provinz und in Osttransvaal leben noch sehr viel „Gestrige“ die dem Ende der Apartheid nachtrauern bzw. sie noch heute praktizieren.

Free State 870x450

Bei geradezu idealen Voraussetzungen für die Landwirtschaft, produzieren über 30.000 Farmer mehr als 70 % der südafrikanischen Landwirtschaftsprodukte. Hinzu kommt, dass in dem gleichen Gebiet einige der reichsten Gold- und Diamantenvorkommen der Welt liegen.
Bodenschätze im wahrsten Sinne des Wortes.
Das Bild oben könnte auch in Europa aufgenommen worden sein. Das Gebiet wird auch die Schweiz Afrikas genannt. Wie wahr.

Ein Abstecher in den Oranje Freistaat, der sich lohnt.

 

Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

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