Chobe Nationalpark in Botswana

Der Chobe Nationalpark, ein Naturreservat in Botswana

Auf der Rückfahrt von den Victoria Falls steht für uns noch ein Besuch des riesigen Chobe Nationalparks in Botswana auf dem Programm, dem wildreichsten Naturreservat dieses Landes.

Von Katima Mulilo aus fährt man auf der B 8 zur Grenzstation Ngoma Bridge und nach Passieren der Grenze weiter nach Kasane.

Mein Bruder hatte sich zuvor schon ausgiebig informiert, was alles für Papiere an der Grenze nach Botswana benötigt werden.

Hier herrschen Verhältnisse an Bürokratie – die einiges schlimmer sind, als in Deutschland. Man muss jede Kleinigkeit deklarieren. Außerdem fand ich die Grenzbeamten mehr als nur unfreundlich, das scheint aber davon abzuhängen, wer gerade Dienst hat. Freunde von uns haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Wir leider nicht.

Gewöhnungsbedürftige Grenzübertritte

Erstaunlicherweise war der Grenzübertritt von Namibia nach Botswana vollkommen problemlos und relativ schnell erledigt. Die Kontrolle, ob Lebensmittel dabei sind und jede Menge Formulare ausfüllen, muss man eben über sich ergehen lassen.

Anders hingegen der Übertritt von Botswana nach Zimbabwe, den wir bei der letzten Reise unternommen hatten. Seinerzeit dauerte das fast zwei Stunde, wir mussten eine Unmenge an Zetteln ausfüllen und waren am Ende schlappe 150 US-$ los, nur um einreisen zu dürfen. Bei dem Preis war eine Autoversicherung beinhaltet, obwohl wir eine solche schon hatten. Dann wollte der „Beamte“ auch noch deutlich mehr Geld, als auf der Quittung stand. Hier machte sich allerdings bemerkbar, dass wir keine Reise-Anfänger mehr sind … sehr zum Leidwesen des Grenzbeamten.

Von Schmiergeldern kann ich allerdings nur dringend abraten, so etwas kann auch einmal nach hinten losgehen. Es wäre aber ohnehin nicht unser Ding gewesen.

Glücklicherweise schaffen wir es auch so, auch wenn manche Blicke der Grenzbeamten wirklich nichts Gutes verheißen. Und immerhin müssen wir auch wieder über die Grenze zurück. Wir sind fürs erste aber beide einmal erleichtert, dass wir das hinter uns haben. Insbesondere mein Bruder, der mit solchen Leuten meist noch mehr Probleme hat, als ich.

Mangelnde Professionalität kann der Schönheit der Landschaft nicht schaden

Im Gegensatz zu den problemlosen Reisen durch die „zivilisierten“ afrikanischen Länder Südafrika und Namibia ist die Fahrt nach Botswana und Zimbabwe erstmals eine gewisse Herausforderung.

Elefanten wie Sand am Meer 870x450

Von der Einreise oder das Buchen eines Hotels oder einer Tour bis hin zum Tanken, überall fehlt die Professionalität. Geäußerte Wünsche werden entweder nicht verstanden oder falsch interpretiert. Ob Absicht oder Unfähigkeit, ich weiß es nicht.

Ich möchte keinen falschen Eindruck erwecken. In unserer „perfektionierten“ Reisewelt tun wir uns mit solchen Problemchen schwer. Wenn man allerdings weiß, dass das nur in wenigen Gegenden des südlichen Afrika vorkommt, kann man mit einem Lächeln darüber hinwegsehen, zumal die Menschen meist freundlich sind.

Saftige Preise sind Normalität

Das erste, was uns bei einem Halt auffällt, ist, dass Botswana außerordentlich teuer ist. Hier haben auch Campingplätze bereits Preise, wie sonst gute Lodges in Namibia. Der Preis wird damit begründet, dass man aus ökologischen Gründen lieber wenige, dafür „betuchte“ Urlauber haben möchte. Na, wenn das keine gute Begründung ist. Vielleicht sollten wir in Deutschland den Schwarzwald auch einfach viermal so teuer machen – aus ökologischen Gründen versteht sich. Ich wäre gespannt, wer sich das gefallen ließe. So viel hinter Heuchelei versteckte, unverschämte Gier ist wirklich zum kotzen. Aber immerhin waren die Grenzbeamten ja schon die passende Ankündigung gewesen. Ich lasse mir meine gute Laune nicht verderben, schließlich habe ich einen unglaublich schönen Urlaub und den lasse ich mir nicht von irgendwelchen Leuten vergellen. Man muss nur wissen, dass dieses Verhalten nationale Politik und feste Lebenseinstellung aller im Tourismus arbeitenden in Botswana zu sein scheint.

Chobe Game Lodge 870x450

Die Rückfahrt von den Victoria Fällen nach Kasane dauert etwa zwei Stunden. Die 90 Km über die M 10 sind gut zu fahren und die Strecke zum Chobe Nationalpark ist gut beschildert.

Unbedingt Proviant-, Wasser- und Kraftstoffvorräte auffüllen

Nach dem Grenzort Kasane erwartet uns dann der Chobe National Park. Er liegt westlich des Ortes und hat die größte Wildkonzentration des gesamten Landes. Allerdings ist der Park zum Teil ein Überschwemmungsgebiet und in der Regenzeit nicht zugänglich.

Schon in der Trockenzeit ist ein wirklich gefahrloses Befahren ohne Geländewagen schlicht nicht möglich – einen solchen haben wir unter uns, also beschließen wir, die Fahrt zu wagen. Die Anzahl von Wildtieren im Park ist tatsächlich von einer Dichte, wie in keinem anderen Naturschutzgebiet des südlichen Afrikas. Wenn nicht hier, wo dann? Die Wahrscheinlichkeit, die big five innerhalb kürzester Zeit zu sehen, ist hier besonders groß und immer wieder ein überwältigender Anblick.

Durstige Affenfamilie 870x450

(Die vier gehören nicht dazu, sind aber durchaus sehenswert und sehr unterhaltsam.)
Die Chobe Riverfront gehört da sicher zu den schönsten Landstrichen. Durch den Fluss gibt es auch zur Trockenzeit noch genug Grünflächen, auf welchen Herden von Gnus und Zebras grasen. An den Flussläufen entlang stehen große Bäume, im Wasser baden Elefanten und Nilpferde, genau so stellt man sich Afrika vor!

Wir waren überrascht, dass der Standard der Unterkünfte in Botswana durchaus vergleichbar mit dem in Südafrika oder Namibia war. Wie schon erwähnt, war alles im Schnitt ca. 20% teuerer. Essen ist etwas einfältig, aber durchaus akzeptabel.

Wie viel Elefanten es in dieser Gegend gibt merkt man daran, dass einem durchaus auch mal ein Elefant in der Stadt begegnen kann.

Elefanten wie Sand am Meer

Alleine 50.000 Elefanten leben in einem Gebiet, das eigentlich nur die Hälfte vertragen würde. Über kurz oder lang wird das dazu führen, dass Elefanten zum Abschuss frei gegeben werden müssen. Alle Naturschutzgebiete haben einen zu hohen Elefantenbestand und können keine Tiere übernehmen. Man kann Elefanten nur herdenweise umsiedeln, oder töten, da sonst die verbliebenen Tiere extrem aggressiv gegenüber Menschen reagieren. Das ist ein Dilemma.

Die Elefanten verursachen erhebliche Flurschäden, und müssten dringend dezimiert werden. Nicht nur die Blätter, sondern ganze Äste werden abgerissen. Von den Bäumen wird die Rinde abgeschält, sodass sie absterben. Das ist aber nicht die Schuld der Elefanten sondern eine zu große Population auf zu kleinem Gelände.

Die zur Verfügung stehenden Unterkünfte, neben ein paar sehr einfach ausgestattete Campingplätzen, auch für die „Betuchten“? – bleibt uns nur die luxuriöse und entsprechend teure Chobe Game Lodge. Man darf nie vergessen, das sind Ausnahmen und man macht solch eine Reise nicht jedes Jahr. Dafür ist die Lodge absolut erstklassig und im Nachhinein gesehen, auch das Geld wert.

Absolut zu empfehlen ist allerdings die staatliche Ihaha Campsite am Chobe bei Kasane. Schöne schattige Stellplätze, gute, saubere Sanitäranlegen, bieten vergleichsweise preiswertes Camping. Mit dem Besuch von Elefanten oder Flusspferden muss jederzeit, vor allem in der Nacht, gerechnet werden.

Damit diese Reisen nicht so sehr ins Geld gehen, habe ich nach einer Möglichkeit gesucht und gefunden, ohne Qualitätseinbußen preiswert zu verreisen.
Hier ist der Tipp:

Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

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