Damaraland, das schwarze Herz des Landes

Das Damaraland ist voller Sehenswürdigkeiten

Früh morgens geht es von Swakopmund los Richtung Norden auf der C 34 bis Henties Bay und in das Damaraland. Besonders früh am Morgen ist der Ausblick von den Hügeln unbeschreiblich. Man kann sich an den vielen Rottönen gar nicht satt sehen.

Das Gebiet um Khorixas, der Hauptstadt des Damaraland, hat touristisch viel zu bieten. Neben den berühmten und weit bekannten Felsgravuren von Twyfelfontein findet man in diesem beeindruckend schönen Teil Namibias weitere Sehenswürdigkeiten.

Der Versteinerte Wald, eine geologische Sensation

Zum versteinerten Wald gelangt man über die D 2620, die Verbindung zwischen Khorixas und der Palmwag Region. Das zum Kulturdenkmal erklärte Gelände des versteinerten Waldes liegt direkt an dieser Straße und ist von Khorixas nach ca. 50 Km zu erreichen.

Wie es zu der Versteinerung kam, ist für mich als Laien nicht ganz einfach zu erklären, ich werde es trotzdem versuchen. Besser kann das allerdings Nicole Grünert mit Ihrem Buch „Namibias faszinierende Geologie“.

Es ist erwiesen, dass die Bäume, die dort liegen, über weite Strecken von riesigen Wassermassen „angeschwemmt“ worden sind. Die gleichmäßige Ausrichtung der Bäume und fehlendes Wurzelwerk in den Böden, beweisen das. Die Stämme sind vor rund 280 Millionen Jahren, durch eine gewaltige Flut von Schmelzwasser abgebrochen und über große Entfernung angeschwemmt worden. Wenn 30 Meter hohe Bäume wie Streichhölzer abgebrochen werden, handelt es sich um eine Klimakatastrophe, lange bevor es Menschen gab.

versteinerter Wald 870x450

Sedimente, Schlamm und Sandmassen überdeckten die Bäume schnell und sehr dicht, sodass sie luftdicht abgeschlossen waren. Im Laufe der Jahrmillionen wurden die Stämme über tausende Meter tiefer begraben. Einsetzende Versteinerung durch Kieselsäure und großen Druck führte dann zu dem Ergebnis nachdem eine Erosion über weitere Jahrmillionen die inzwischen versteinerten Holzstämme wieder frei gab.

Bemerkenswert ist, dass Astlöcher, Rindenstruktur und selbst Jahresringe deutlich sichtbar geblieben sind. Dass die Mitnahme auch nur kleinster Stücke strengstens verboten ist, versteht sich von selber.

Kunst vom Schwarzen Kontinent, Felsmalereien bei Twyfelfontein

Von Khorixas kommend fährt man auf die D 2620 in Richtung Westen. Hier erhebt sich der in allen Rottönen leuchtende verbrannte Berg, nicht zu verwechseln mit dem „Brandberg“. Ein beeindruckendes Farbenspiel. Etwa 10 Km weiter kommt man nach Twyfelfontein. Die Strecke ist ausgeschildert. Das Gebiet ist vor allem durch seine Felsgravuren weltberühmt.

Felsgravuren Twyfelfontein870x450

Namibia ist einer der bedeutendsten Fundorte von Felsbildern in Afrika. Längst ist noch nicht alles ausgewertet oder beschrieben, doch das, was bekannt ist, wird noch Generationen von Archäologen und Kunsthistoriker beschäftigen.

Im Süden des Landes fanden Wissenschaftler in einer Höhle Steinplatten mit Abbildungen von Menschen und Tieren, deren Alter auf 26.000 Jahre geschätzt wird. Das Damaraland ist vol von solchen Felsmalereien.

Der bei Twyfelfontein vorkommende Sandstein ist ein Umstand, der es den Künstlern ermöglicht hatte, die wunderschönen Abbildungen in den recht weichen Stein zu kratzen. Die trockene Umgebung hat geholfen, dass diese Zeugnisse alter Kulturen erhalten geblieben sind.

Der Name Twyfelfontein „Zweifelhafte Quelle“ ist darauf zurückzuführen, dass eine Sandsteinschicht auf eine Tonschicht trifft. Bei Niederschlag in den Bergen steigt das Grundwasser an und die Quelle fließt. Allerdings nur kurz und abhängig vom Grundwasser, deswegen „Zweifelhaft“.

Weitere Sehenswürdigkeiten im Damaraland

Weitere Sehenswürdigkeiten im Damaraland sind das Tal der Orgelpfeifen, auf der D3254, dem Weg zum verbrannten Berg. Das Lavagestein ist zu gleichmäßigen sechs- bzw. vieleckigen Säulen erstarrt, als es von außen nach innen abkühlte, sich aber nicht ausdehnen konnte. Die Ansammlung der geometrischen Figuren in solcher Fülle ist außerordentlich.

Wie ein erhobener Zeigefinger ragt der Vingerklip aus der Ebene des Ugab Tals empor. Um den Fuß der Fingerklippe zu erreichen, muss man ganz schön klettern. Die Felsnadel hat einen Umfang von rund 44 Metern und ragt 35 Meter in die Höhe. Von Fuß der Klippe hat man einen überragenden Blick in das Ugab Tal und das Damaraland.  Alles in allem sind die Fingerklippe und das Tal der Ugab-Terassen ein echtes Highlight.

Fingerklippe Damaraland 870x450

Für geologisch interessierte Urlauber ist Namibia ein „Eldorado“. Ein wunderbar gemachtes Reisehandbuch „Namibias faszinierende Geologie“ von Nicole Grünert hat mich immer begleitet.

Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.