Lebensgefahr für den König der Tiere. Stirbt der Löwe in Afrika aus?

Steht der König der Tiere vor der Ausrottung?

Ich erinnere mich noch sehr gut, als ich das erste Mal in der Etoscha-Pfanne in Namibia zu Besuch war. Mein Bruder, der in Namibia leb, hatte mich gewarnt, auf keinen Fall unterwegs, außerhalb der Rastplätze, auszusteigen.

Als ich eine Reifenpanne hatte, gab es keine andere Möglichkeit, als nach draußen zu gehen. Nach eingehender Prüfung der Umgebung, ich war sogar auf das Dach des VW Transporters gestiegen, war ich sicher, dass keine Löwen in der näheren Umgebung zu sehen sind. „Zu sehen, das ist der richtige Ausdruck“!
Als ich nach der Reparatur weitergefahren bin, habe ich nur wenige Meter weiter ein ganzes Rudel Löwen im hohen Gras liegen sehen. Die waren offensichtlich satt und zeigten keinerlei Interesse an mir. Ich gebe zu, da wird einem ganz anders.

Das Gebrüll eines Löwen vergisst man nie

Wer einmal auf Safari war und Löwen in freier Wildbahn erlebt und vor allem gehört hat, wird dieses Geräusch nie vergessen. Man kann dieses Geräusch von jedem anderen unterscheiden. Es gibt kein mit dem Löwengebrüll vergleichbares Geräusch. Der Boden scheint zu vibrieren und der Ton geht durch Mark und Bein. Wenn dann ein ganzes Rudel auftaucht, kennt die Begeisterung keine Grenzen. Tagsüber ist eine Safari z.B. in der Etoscha Pfanne im Norden Namibias ein überwältigendes Erlebnis, aber nachts an einem Wasserloch, wird es zum Nervenkitzel pur.

Löwen sind wirklich mächtige Tiere. Ein männlicher Löwe bringt es auf durchschnittlich 200 Kg. In Ausnahmefällen können es durchaus 270 Kg sein. Kennzeichnend für die männlichen Tiere ist seine beeindruckende Mähne, wenn sie auch ab und zu etwas „zerzaust“ wirkt. Löwen leben in Rudeln und entwickeln jeweils eine Strategie für die Jagd. Die männlichen Löwen beteiligen sich selten an der Jagd, bekommen aber immer den „Löwenanteil“

Schutzgebiete die letzte Rettung

In den Schutzgebieten und den Wildparks im südlichen Afrika wird es auch weiter solche beeindruckenden Begegnungen zwischen dem König der Tiere und Safari Touristen geben. Außerhalb der Reservate werden die Begegnungen zwischen Mensch und Löwe immer seltener werden.

Aus vielen Regionen des Kontinents verschwinden die Löwen zusehends. Die Weltnaturschutzunion IUCN ist sogar der Meinung, dass der Löwe im Westen Afrikas inzwischen vom Aussterben bedroht ist.

Lebensraum_der_Löwen 870x450

Link:Wikipedia

Streiften früher Löwen in nahezu ganz Afrika, kommen sie heute nur noch in wenigen Gebieten vor, die zwischen dem Südrand der Sahara und Südafrika liegen. Beängstigend sind auch die neuesten Zahlen für Westafrika. Im Jahr 2012 gab es in diesem riesigen Gebiet geschätzt noch 2800 Löwen. Wenn die Entwicklung so weitergeht, werden sich die Zahlen in den nächsten Jahren halbieren. Nicht viel besser scheint es im Osten Afrikas zu sein. Außer in der Serengeti in Tansania, wo sich die Population hält, ist auch hier der Trend negativ. In Südafrika, vor allem in den großen Reservaten, wachsen die Löwen Rudel sogar leicht an.

Video: Friedensvertrag mit Löwen

Eines der Hauptprobleme sind die Dorfbewohner, die innerhalb und außerhalb von Schutzgebieten jagen und mit Bushmeat die eigene Versorgung aufbessern. Wenn aber die Bestände der Pflanzenfresser wie Antilopen, Gnus, Zebras, Büffel und Giraffen durch Jagd, Trockenheit oder andere Einflüsse stark zurückgehen, finden auch die Löwen nichts mehr zu fressen. Alleine in den letzten 30 Jahren ist der Bestand an grasendem Wild im westlichen Afrika um mehr als 70 % zurückgegangen.

Die Dorfbewohner haben Angst

Oft töten Einheimische auch die Löwen, um ihre Herden und sich selbst zu schützen.
Im Gegensatz zur allgemeinen Meinung kann sich die Großwildjagd durchaus positiv auswirken. Es werden sehr hohe Summen bezahlt, um einen der big five erlegen zu dürfen. Diese einzelnen Abschüsse gefährden in der Regel den Bestand nicht. Mit den Einnahmen können aber Maßnahmen getroffen werden, um die Siedlungen zu schützen und um Wilderern, die Knochen und Organe für die traditionelle Medizin verkaufen, das Handwerk zu legen.

In den riesigen Wildreservaten, wie dem Chobe in Botswana, mit 12.000 Km2, dem Serengeti in Tansania, mit ca. 15 000 Km2, dem Krüger Nationalpark in Südafrika mit rund 20.000 Km2 und vielen kleineren Reservaten mehr, wird es hoffentlich noch lange Löwen zu bewundern geben.

In diesem Beitrag enthaltene Links:
Wikipedia: Löwen

Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

1 Kommentar

  1. T. Peterli   •  

    Meine Frau und ich waren 2011 vier Wochen in Südafrika mit dem Auto unterwegs in verschiedenen Nationalparks es war wirklich phantastisch nächstes Jahr wollen wir nochmals gehen. Es macht mich manchmal traurig wenn ich sehe das gewildert wird aber auch die Menschen den TIEREN den Lebensraum nehmen. Hoffe Sie machen nicht die gleichen Fehler wie wir in Europa! Es grüsst T. Peterli

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.