Dichter Nebel in der Namib, der ältesten Wüste der Welt?

Viele Wege führen nach ….Swakop

Es gibt mehrere Straßenverbindungen, die von Windhoek aus nach Swakopmund führen.
Fährt man über die B1/B2/ oder nimmt man besser die C 28 nach Swakop? Die B1/B2 ist meiner Meinung nach eintönig. Hier benötige ich allerdings kein Permit. Die ganze Strecke hat man befestigte Straßen und fährt durch Orte wie Okahandja, Wilhelmstal, Karibib, Usakos, und Arandis nach Swakopmund.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Möglichkeit, hier auf der ganzen Strecke verteilt, zu übernachten.

Ich persönlich bevorzuge die C 28 über den Bosua Pass.

Für Fahrten abseits der Hauptstraßen benötigt man allerdings eine Genehmigung des „Ministry of Environment and Tourism“ (MET), also ein Permit, das man in Windhoek oder Swakopmund bekommt.
Hier ein Link, wo überall ein Permit erforderlich ist und wo man dieses bekommt.

Wo ist eine Genehmigung notwendig?

Auch auf dieser Strecke gibt es eine Menge guter Übernachtungsmöglichkeiten. Hier kann man die Okatore Lodge empfehlen, insgesamt ca. 95 km von Windhoek entfernt. Man ist zeitig dort und kann den wunderbaren Sundowner genießen. www.okatore.com Ist zwar eine Jagdfarm, aber absolut nicht störend und es kann ja auch sein, dass gar keine Jagdgäste da sind.

Als Alternative wäre noch für eine Übernachtung „hochlandnestnamibia.com“ zu empfehlen.

Mit Mut und Überwindung über den Pass

Auf dem Weg von Windhoek kommt man nach ca. 40 Km an einer alten Feste vorbei, die als Aussichtsposten aus der Zeit der Kolonialherrschaft diente.

Zu Anfang gibt es doch noch einige Büsche und das vereinzelt noch vorkommende Farmland verliert sich in immer kargeren Böden. Schließlich sind nur noch Steine und dann Sand, in den unterschiedlichsten Farben, vorherrschend. Wie schon gesagt, bietet sich die Straße über die B 28 durch Khomas Hochland an. Eine Strecke, von unglaublicher Schönheit. Die Straße führt fast die ganze Strecke in einer Höhe von ca. 2.000 Metern in engen Kurven rauf und runter und fällt dann fast 1.000 Meter steil ab, bis in die Namib. Da kann man nur froh sein, wenn der Mietwagen gute Bremsen hat und auch sonst alles in Ordnung ist.

Eine wunderschöne Strecke für Allradfahrer

Die Strecke über Khomas Hochland ist eine nur mittelmäßig befestigte Straße mit Geröll, engen Kurven und wild schöner Aussicht. Der Verkehr kommt fast gänzlich zum Erliegen. Ganz selten begegnet einem ein Fahrzeug. Wer hier eine Panne hat, kann nur froh sein, wenn er im Reifenwechsel geübt ist.

Bosua Pass Namibia

Auf der Höhe wird man immer wieder mit wunderschönen Ausblicken belohnt. Die Spitzkehren, tiefe Einschnitte und „rollender“ Untergrund machen die Fahrt für Neulinge mit Geländewagen nicht gerade einfach. Ohne Geländefahrzeug mit gewisser Bodenfreiheit, wären die steilen Anstiege und Querrinnen kaum zu bewältigen.

Das auf und ab nimmt kein Ende. Es gibt Teilstücke mit mehr als 20% Steigung, mit tiefen Querrillen, Geröll und dann steil ansteigendem Gelände. Eine Herausforderung für Fahrzeug und Fahrer. Ich erinnere mich gut an meine erste Fahrt über den Bosua Pass in immerhin rund 2.000 Metern Höhe.

Meine Knie haben ganz schön geschlottert. Aber: Allrad in Namibia, da muss so etwas sein. Wo kann man sonst noch seine Geländewagen Träume leben? Vielleicht muss man allerdings nicht gleich mit einer solchen Herausforderung beginnen. Ich hatte allerdings das Glück, mit meinem Bruder einen erfahrenen Begleiter zu haben.

Von nun an gehts bergab…

Die ganze Strecke geht es bergab. Von Khomas Hochland, das in ca. 1.900 Metern Höhe liegt bis zum Atlantik, der natürlich auf NN liegt, fällt die Strecke stetig ab. Die letzten Dreißig oder Vierzig Kilometer hat man einen wunderschönen Überblick auf Swakopmund und den Atlantik mit seinem dunklen Blau. Nach den Brauntönen in der Wüste ist die grüne Landschaft mit den Palmen und den vielen bunten Sträuchern im wahrsten Sinn des Wortes, eine Oase in der Wüste.

Der Nebel garantiert das Überleben in der Wüste

Wer allerdings am frühen Vormittag ankommt oder abfährt, merkt, warum in der Namib Tiere und Pflanzen überleben können. Schon viele Kilometer vor dem Ziel kommt man in eine dicke Nebelsuppe. Fast übergangslos vollzieht sich der Wechsel von trockenem sonnigen Wüstenklima zum kaltfeuchten Atlantik Wetter. Innerhalb kürzester Zeit fallen die Temperaturen um 15 – 20 Grad.

Namib im Nebel

Zum Glück dauert dieses Zauber nicht lange. Gegen 11 Uhr schafft es die Sonne, die Oberhand zu gewinnen. Wind wirbelt die Nebelschwaden durcheinander und dann wölbt sich ein klarer blauer Himmel über Stadt und Wüste.

Der Benguela-Strom ist die Ursache des „Nass-Kalten-Wetters.“ Die kalte Meeresströmung kommt direkt von der Antarktis und das Wasser ist selbst in Küstennähe lediglich 14° – 15° C „warm“.

Das ist auch ein Grund, warum es in Swakopmund ein gut besuchtes Hallenbad gibt.
Die kalte Meeresströmung lässt die Luft zu Nebel kondensieren. Die Feuchtigkeit ist die Rettung für Tiere und Pflanzen in der Namib, ziehen doch die Nebelschwaden bis zu einhundert Kilometer in die Wüste, bevor die aufkommende Sonne die Feuchtigkeit verbrennt.

Im Hochsommer, wenn es im ganzen Land Gluthitze herrscht, sind die Temperaturen in Swakopmund sehr angenehm und Urlauber aus aller Welt, vorwiegend allerdings aus Europa, und die Einheimischen machen dann gerne Ferien an der Küste.

Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

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