Gefahren lauern überall. Die Victoria Fälle

Nächstes Ziel, die Victoria Fälle

In der Nacht sind wir mehrfach wach geworden, weil Flusspferde sehr dicht an das Camp herangekommen sind. Flusspferde gelten neben Krokodilen als die gefährlichsten und mächtigsten Tiere in Afrika. Wenn sie wütend werden, bleibt in der Regel nichts mehr stehen – Flusspferde verfügen über Kräfte, die die eines ausgewachsenen Elefanten weit übertreffen.

Flusspferde sind nicht ohne

Wäre Hannibal mit Flusspferden statt mit Elefanten über die Alpen gezogen, wäre wohl in Rom kein Stein auf dem anderen geblieben und wir wären jetzt Nachfahren von ganz anderen Völkern. Allerdings sind Flusspferde kaum zu zähmen, ganz im Gegensatz zu Elefanten, die auch weit weniger cholerisch sind als diese großen Wassertiere, und Menschen im Allgemeinen sehr viel freundlicher begegnen.

Katima Mulilo, unsere nächste Station, ist eine Grenzstadt nach Sambia, mit etwa 20.000 Einwohnern. Auf dem sehenswerten Markt bestaunen wir die Waren – von Souvenirs über Schnitzereien bis hin zu Kleidung bekommt man hier so ziemlich alles, was man möchte. Zum Ort gehört auch ein kleiner Flugplatz, Supermärkte, Krankenhaus und, ganz wichtig, eine Tankstelle.

Katima Mulilo Market 870x450

Wir decken uns mit ein paar Mitbringseln für zuhause und ausreichend Sprit ein. Vor ein paar Jahren wurde eine Straßenbrücke über den hier 500 Meter breiten Sambesi fertig gestellt. Das hat dazu beigetragen, dass Katima Mulilo zum Verkehrsknotenpunkt für den Sambia-Verkehr wurde, was wir auch zu spüren bekommen. Das Verkehrsaufkommen ist deutlich höher als an vielen Orten sonst in Namibia – vielleicht auch wegen der Tankstelle und dem Markt. Ein buntes Durcheinander und ein Gewirr aus vielen unterschiedlichen Sprachen vom Straßenrand aus begleiten unsere Fahrt aus dem „Dorf“ in Richtung auf die Victoria Fälle zu.

Der Rauch, der donnert

Die Victoria Fälle gehören zu den mit Abstand beliebtesten Reisezielen im südlichen Afrika.
Die Fälle wurden zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt. Die Einheimischen nennen die Fälle Mosi-oa-Tunya oder „Donnernder Rauch“. Eine durchaus gerechtfertigte Bezeichnung, ist doch der bis zu 300 Metern in die Höhe steigende Sprühnebel auch noch in 30 Km Entfernung deutlich zu sehen. In der Umgebung der Fälle hat sich ein Regenwald gebildet, der dem Sprühnebel zu verdanken ist.

Die Wassermassen, die jede Sekunde in die nur 50 Meter schmale Schlucht stürzen, unterscheiden sich je nach Jahreszeit erheblich. Zum Ende der Trockenzeit, in den Monaten August bis Oktober, kann sich die Wassermenge auf nur noch 170 m³/sec. reduzieren. In der Regenzeit, im Januar bis März, sind es enorme 10.000 m³ in der Sekunde. Ein Besuch in der Regenzeit bringt allerdings wieder andere Probleme mit sich. Als Selbstfahrer können Straßen und Wege überflutet werden und ein Durchkommen wird schwer oder gar unmöglich.

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Dem Afrikareisenden David Livingstone, der die Fälle als erster Europäer im Jahre 1855 erblickte, werden die Worte „ Das ist das schönste, das ich in Afrika je zu Gesicht bekommen habe“ zugeschrieben.

Die Viktoria Fälle sind mit über 1.700 Metern Breite und einer Höhe von mehr als 100 Metern die größten Wasserfälle der Welt. Die Victoria Fälle sind weder der höchste oder der breiteste Fall der Welt, aber er bildet die weltweit größte zusammenhängende Fläche fallenden Wassers. Die Fälle sind sowohl von Sambia und Simbabwe aus zu erreichen, und beide Zugänge sind einen Besuch wert.

Wir nehmen die Seite von Botswana aus, wollen wir doch weiter zum Chobe Nationalpark.

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Fälle zu erreichen

In Victoriafalls und Livingstone gibt es sogar einen Flughafen, der mehrmals täglich von Johannesburg aus angeflogen wird. Livingstone, auf der sambischen Seite, kann auch direkt von Kapstadt aus angeflogen werden. Wir sind allerdings mit einem 4×4 unterwegs und genießen es, uns durch den dichten Busch zu kämpfen.

Unbedingt zu beachten ist, dass man an den Victoria Fällen selten oder gar nicht mit Kreditkarten bezahlen kann. Rand oder US $ in kleineren Stückelungen sind ratsam, zumal man Ihnen nur selten Wechselgeld rausgeben kann oder will.

Sehr wichtige Tipps:

Noch ein eminent wichtiger Hinweis: Wechseln Sie auf keinen Fall Geld in Simbabwe. Der offizielle Wechselkurs ist absolut unrealistisch. Der Kurs auf dem Schwarzmarkt ist zwar ordentlich, aber streng verboten. Wenn Sie erwischt werden, kann es sehr gefährlich werden und Sie müssen sogar mit Gefängnis  rechnen. Und das in einem Land, in dem Mugabe herrscht, ist nicht gerade empfehlenswert.

Wegen der noch längeren Anfahrt zum Chobe Nationalpark und der vielen Sehenswürdigkeiten, entschließen wir uns, hier zwei Nächte zu bleiben.

Um die Victoria Fälle gibt es auf beiden Seiten eine Menge sehr guter Lodges. Sie sind nicht gerade billig, aber in Konstanz kostet eine Tasse Kaffee auch mehr, als in Hintertupf. (Sorry) Wir haben uns für die Sambia Seite entschieden. Mit Simbabwe, da bin ich wahrscheinlich voreingenommen, habe ich so meine negativen Grenz-Erfahrungen bei früheren Fahrten gemacht.

Damit diese Reisen nicht so sehr ins Geld gehen, habe ich nach einer Möglichkeit gesucht und gefunden, ohne Qualitätseinbußen preiswert zu verreisen.
Hier ist der Tipp:

Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

1 Kommentar

  1. Pingback: Sambesi, der wildeste Strom Afrikas

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