Kaokoveld, nur für äußerst geübte Fahrer

Das Kaokoveld ist was für Allraad Profis

Nach 3 wunderbaren Tagen in der Etoschapfanne, geht es jetzt weiter zum Kaokoveld. Ich hätte gerne noch länger bleiben können, aber es gibt so viele sehenswerte Ziele in Namibia, dass man sich einfach losreißen muss.

Wir nehmen wieder die Ausfahrt bei Okaukuejo und fahren die C 38 bis Outjo. Von hier aus wollen wir durch das Kaokoveld, dem Gebiet der Himba, bis zum Kunene.

Das schwer zugängliche Gebiet des Kaokoveld, südlich des Kunene-Flusses und nördlich von Sesfontein, ist die Heimat der rund 20.000 Himba. Die freundlichen Menschen züchten im Wesentlichen Rinder und Ziegen, und ziehen, je nach Jahreszeit, mit ihren Herden zu den unterschiedlichen Wasserstellen im Umkreis.

Die OvaHimba, in der etwas komplizierten Grammatik der Sprache einfach die Mehrzahl von Himba, sind ein Hirtenvolk wie die Hereros, mit denen sie auch unmittelbar verwandt sind.

Die OvaHimba und die Hereros haben sich getrennt, als aufeinanderfolgende Dürrezeiten und immer schlimmer werdenden Probleme mit den recht „ungenießbaren“ Nama, die später auch den Deutschen zu schaffen machten, zu unterschiedlichen Zielen führten.

Die OvaHimba blieben im Kaokoveld und besiedelten den Norden bis zum Kunene. Die Hereros hingegen packten ihre Bündel und machten sich auf nach Osten, in das Gebiet zwischen Waterberg und Okahandja, bis an die Grenze von Südafrika.

Himba Mädchen, sind sie nicht wirklich bildhübsch?

Die OvaHimba lehnen, im Gegensatz zu den Hereros, westliche Kleidung ab. Sie ziehen die Körperbemalung vor und legen großen Wert auf den Haarschmuck. Nach

Himba Schönheit 870x450

unseren Maßstäben kann man die meisten OvaHimba als ausgesprochen schöne Menschen bezeichnen, ganz besonders, wenn sie jung sind. Diese Menschen sind außerordentlich freundlich, aufgeschlossen, und lachen viel und gerne. Sie sind einfach sympathisch, allerdings auch stolz. Wir fragen, um ein Foto machen zu dürfen, was gerne erlaubt wird.

Nach einer Übernachtung in Opuwo geht es nach Norden zu den Epupa Wasserfällen. Für die etwa dreistündige Fahrt sind wir froh, ein Allrad-Fahrzeug zu haben. Die größere Bodenfreiheit ist bei den „Straßen“ von großem Vorteil. Vor den eigentlichen Wasserfällen gelangen wir zu Aussichtspunkten, die einen herrlichen Ausblick auf die Wasserfälle bieten.
Diese Landschaft, die bis 1990 noch Kriegsgebiet war, ist zwar malerisch, doch begreiflicherweise noch nicht genügend für den Fremdenverkehr erschlossen. Wer dieses Gebiet des nördlichen Kaokoveld besuchen möchte, sollte Vorkehrungen gegen Malaria treffen.

Abenteuerliche Fahrt ins Ungewisse.

Zwar kann das Kaokoveld auf eine Faust mit dem Geländewagen erfahren werden, doch ist dies nur äußerst geübten Fahrern zu empfehlen. Die Pisten sind in erbärmlichen Zustand und auf die Beschilderung hat man völlig verzichtet.

Unterkünfte, und zwar in allen Preisklassen, gibt es zur Genüge, wenn man denn den Kunene oder die Wasserfälle erreicht hat. Auffällig ist auch eine Vielzahl sehr guter Campingplätze, die von einfach bis komfortabel alle Wünsche berücksichtigen. Der Platz wird von den Himba geführt und liegt direkt an den Wasserfällen. Auch das Restaurant ist, wie wir feststellen können, durchaus akzeptabel.

Epupa Falls 870x450

Die Epupa Fälle (epupa, in der Sprache der Hereros „fallendes Wasser“) sind Teil des Kunene, der ein Grenzflusses zwischen Namibia und Angola ist. Die Fälle sind durchaus beeindruckend, fällt das Wasser doch durch enge Schluchten gut 40 Meter tief. Der Grenzfluss wird durch wasserreiche Zuflüsse aus dem Hochland gespeist und gehört zu den wenigen Flüssen in Namibia, die das ganze Jahr Wasser führen.

Im Kaokoveld kann es anz schön heiß werden

In den Sommermonaten liegt die Temperatur meist bei 40° C und mehr. Angenehm ist es hingegen in den Wintermonaten mit 25 – 30° C. In dem an sich sehr trockenen Kaokoveld kann es im Januar bis März zu heftigen Gewittern und sintflutartigem Regen kommen. Eine Durchquerung der Riviere wird dann nahezu unmöglich.

Die Epupa Fälle waren lange durch ein Staudammprojekt mit angrenzenden Ländern gefährdet. Inzwischen scheint es aber zugunsten eines anderen Projekts in den Hintergrund gerückt zu sein. Es wäre schade gewesen um diese herrliche Landschaft. Hoffentlich bleibt das so.

Nach einer Übernachtung auf dem Campingplatz brechen wir nach Osten auf. Die nächste Teiletappe ist das Marienfluss Tal. Dazu aber demnächst mehr.

Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

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