Kinder auf Game Drive. Des einen Freud, des anderen Leid.

Kinder auf Game Drive

In den letzten Jahren ist man immer öfter Namibia Reisenden begegnet, die ihre Kinder dabei hatten. Für mich ein ganz verständlicher Wunsch, wenn Eltern auf einer Afrikareise ihre Kinder mitnehmen möchten. Natürlich ist das eine ganz andere Herausforderung, als wenn die Eltern zum Beispiel mit ihren Kindern in Urlaubshochburgen am Mittelmeer oder an norddeutschen Küsten unterwegs sind. Es ist auch noch ein Unterschied, ob die Familie alleine oder in einer Gruppe unterwegs ist. Grundsätzlich ist es wichtig, zu unterscheiden.

Kleine Kinder auf Safari. Herausforderung oder Zumutung?

In einer Gruppe auf Game Drive mit kleinen Kindern, die durchaus schon mit 3 bis 5 Jahren dabei sein können, hängt der „Gruppenfrieden“ von verschiedenen Faktoren ab.

Selbst für Reisende, die schon Erfahrungen mit kleinen Kindern auf Safari gesammelt haben, war es ab und zu nicht ganz einfach die Kinder zwei Mal am Tag auf eine Safari mitzunehmen, die durchaus jeweils drei Stunden dauern kann. Selbst für einen Erwachsenen ist es nicht immer einfach, über Stunden „bei der Stange zu halten“, wenn es zwischendurch rein gar nichts zu sehen gibt. Man darf auch nicht vergessen, dass man den anderen Kinderlosen Mitreisenden einen ungestörten Drive gönnen möchte, haben sie doch alle recht viel Geld dafür bezahlt. Die Eltern der Kinder fühlen sich auch nicht wohl, wenn sie immer auf „heißen Kohlen“ sitzen, weil sie Sorge haben, das Kind könnte andere stören.

Als Alleinfahrer habe ich natürlich ganz andere Möglichkeiten. Hier besteht selten die Gefahr, dass sich andere gestört fühlen könnten.

In beiden Fällen halte ich es für notwendig, die Reise „Kindgerecht“ zu planen. Es ist erstaunlich, wie viele Game Parks und Lodges es inzwischen gibt, die sich auf Kinder spezialisiert haben.

Schon der Ablauf der Reise sollte auf die „Aufnahmemöglichkeit“ des Kindes abgestimmt sein. Vorweg gesagt, es kommt auf das Alter der Kinder an und nicht ganz unwichtig, es kommt auf das „Besuchsprogramm“ an.

Hier ein paar wichtige Hinweise, die sich im Laufe der Zeit bewährt haben.

Kinder mögen lieber kurze Strecken mit wenigen Campwechseln und längeren Aufenthalten als umgekehrt.
Kurze kindgerechte Aktivitäten kommen besser an als lange.
Ein Swimmingpool leistet einen Riesenbeitrag zum Wohlbefinden der Kleinen.

Pool ist cool 870x450

Wenn Sie diese Tipps berücksichtigen, werden sich Ihre Kinder mit Abstand wohler fühlen.

Natürlich spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Ältere Kinder kommen besser mit einem Erwachsenenprogramm zurecht als jüngere. Kinder, die sich intensiv für Tiere interessieren, haben mehr Freude an so einer Reise als andere Kinder. Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer ganz einfach, aber möglich.

Zu beachten ist auch, dass viele Safari Unterkünfte eine Altersbegrenzung für Kinder haben. Das dient ausschließlich der Sicherheit. Da die Altersgrenze nicht einheitlich geregelt ist, muss die Planung diese Frage beinhalten.

Kinder verhalten sich unberechenbar.

Besonders streng sind die Altersgrenzen geregelt, wenn ein Camp beispielsweise besonders offen gebaut ist und regelmäßig mit wilden Tieren im Campgelände zu rechnen ist. Erwachsenen werden hier klare Verhaltensregeln an die Hand gegeben, an die sie sich halten und daher auch nicht in Gefahr geraten.

Da Kinder einfach „unberechenbar“ sind, und sich eben wie Kinder verhalten, müssten sie rund um die Uhr im geschützten Bereich beaufsichtigt werden, was kaum zu machen ist, abgesehen davon, dass Kinder, die so in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt werden, kaum Spaß an einem solchen Aufenthalt hätten. Das heißt nicht, dass Safaris mit kleinen Kindern nicht möglich sind, es erfordert jedoch speziell ausgerichtete Reiseplanung. Hinzu kommt: Trotz aller Aufsicht, Ältern haften dafür, dass sich die Kinder den Vorschriften gemäß verhalten. Hier kann der Urlaub anstrengend werden.

Sobald die Kinder ein bestimmtes Alter erreicht haben, sind sie in den Camps willkommen. Es kann aber sein, dass von Ihnen gefordert wird, die Aktivitäten vor Ort wie Pirschfahrten oder Ausflüge mit dem Motorboot als Privatgruppe zu buchen. Hintergrund sind die unterschiedlichen Interessen von Erwachsenen und Kindern, die weit auseinander gehen können und man diesbezüglich Konflikte von vornherein vermeiden will. Der große Vorteil ist, dass Sie mit Ihrer Familie dann im komplett eigenen Tempo unterwegs sind. Der Nachteil ist, dass die Privatgruppe in Abhängigkeit von der Größe der Familie mit Mehrkosten verbunden sein kann.

Prüfen Sie bei der Buchung, ob Sie sogenannte Familienzelte buchen können. Die Schlafräume liegen dann dicht beieinander und sind preislich meist machbar. Von nebeneinander liegenden Zimmern in einer Lodge würde ich abraten. Dann ist es eventuell besser, eine Suite zu buchen, was auch nicht viel teurer ist, die Kinder sind aber nicht alleine. Kinderbetreuung ist im südlichen Afrika nicht sehr verbreitet. Wenn überhaupt, dann in Namibia, selten aber in deutscher Sprache. Kinderrabatte sind fast überall unüblich.

Safaris mit Kindern erfordern ganz andere Prioritäten.

Inzwischen gibt es manche Camps, die sich auf Kinder eingestellt haben. Als Aktivitäten werden Spuren lesen und Buschwanderungen angeboten. Die Betreiber der „Kinder Camps“ sind da recht einfallsreich.

Kinder als Entdecker 870x450

Es gibt eventuell auch einige Aktivitäten, bei denen die Bedürfnisse der Kinder besonders berücksichtigt werden. Erkundigen Sie sich vor der Buchung nach dem Angebot und wählen Sie entsprechend.

Bei der Buchung sollten Sie auch abklären, ob ohne besondere Kosten beim Speiseplan auf Kinderwünsche eingegangen werden kann. Pasta, Burger, Würstchen, Reis oder Kartoffeln sollten ohne Probleme zuzubereiten sein, wenn Sie diese Wünsche dem Betreiber der Camps mitteilen. Es kann ja auch durchaus sein, dass es bezüglich des Essens überhaupt keine Probleme mit den angebotenen Speisen geben muss. Kinder, die mit nach Afrika reisen, sind in der Regel schon des Öfteren in der Welt unterwegs gewesen und an fremdländische Kost gewöhnt?

Sie sehen, mit Kindern im Allgemeinen und sehr kleinen Kindern im Besonderen sollte mit ein wenig vorausgehender Planung eine Reise möglich sein, die allen Beteiligten gerecht wird und pure Freude bereitet.

Viele weitere Tipps können Sie auf der folgenden Seite nachlesen. Es lohnt sich.

Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Aufenthalt.

Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

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