Rössing Uranmine, Gewinnmaximierung um jeden Preis

Rössing Uranmine

Vom Inland kommend sieht man auf der rechten Seite die Rössing Uranminen. Ich hatte einmal eine beeindruckende Rundfahrt durch die Rössing Uranmine mitgemacht, die im Tagebau bis in 300 Metern Tiefe und über ca. 25 Sohlen abgebaut wird. Hier sieht man Maschinen in einer Größe die man nicht einmal als Sonderausstellung auf der Baumaschinenmesse in München zu sehen bekommt.

Der Abbau erfolgt mit Komatsu Radladern, die jeweils bis zu 180 Tonen Material transportieren.

Mit welcher Sorglosigkeit allerdings mit der Umwelt umgegangen wird, ist erschreckend. Der Khan Rivier verläuft durch das Tagebaugelände und führt sein Wasser unterirdisch nach Westen bis zum Atlantik. Der Abbau beeinträchtigt das Wasser des Khans erheblich, ohne dass Schutzmaßnahmen erfolgen.

Ich konnte einmal die Folgen sehen, wie ein Schlammbecken mit Tausenden von Kubikmetern belastetem Schlamm wenige Monate vorher gebrochen war und sich über viele Kilometer in Richtung Swakopmund ergossen hatte. Auch Jahre später wurden keinerlei Anstrengungen unternommen, diese Belastung zu beseitigen.

Ein weiteres Problem entsteht dadurch, dass das Uran durch Sprengungen gewonnen wird. Durch die Sprengungen entsteht ein weithin sichtbarer Staubpilz über dem Tagebau, der schwach radioaktiven Staub in der Umgebung ablädt. Für die etwa 800 – 900 schwarzen Arbeiter wurde 1972 in 13 km Entfernung die Siedlung Arandis errichtet. Die höheren, meist weißen Angestellten leben in Swakopmund. Arandis ist mittlerweile eine der 20 größten Städte Namibias. Gerade Arandis ist von der Staubwolke besonders betroffen.

Zur Staubbekämpfung und für die Verarbeitung des Materials werden Unmengen an Wasser benötigt. Diese Mengen, die immerhin dem Jahresverbrauch von Windhoek entsprechen, werden aus dem Grundwasser entnommen. Natürlich hat das weitreichende Auswirkungen auf Flora und Fauna. Allen Protesten zum Trotz unternimmt die Namibische Regierung nichts dagegen.

Mondlandschaft 870x450

Ein paar Kilometer weiter, schon fast in Sichtweite von Swakopmund, liegt auf der linken Seite die Einfahrt zur sogenannten Mondlandschaft.

Die Mondlandschaft ist vor etwa 450 Millionen Jahren entstanden, als sich der Swakop in die weichen Gesteinsschichten gegraben hatte. Dieses nahezu vegetationslose Gebiet vermittelt den Eindruck, sich auf einem fremden Planeten zu befinden. Hier lassen sich, vor allem am Nachmittag, wenn die Sonne tiefer steht, ganz außergewöhnliche Fotos machen.

Die Oase Goanikontes wurde vor einigen Jahren ausgebaut und bietet Besuchern einen wunderbaren Aufenthalt. Diese Unterkunft liegt in malerischer Umgebung, eingerahmt zwischen den Bergen im wunderbar grünen Swakoprevier. Es gibt eine sehr schöne, schattige Campsite und Rundbungalows, die direkt bis an die Felswände gehen. Die Felsen sind sogar Bestandteil der Inneneinrichtung. Eine interessante Variante.

Von oben betrachtet bekommt man einen faszinierenden Ausblick auf die im Swakop Rivier gelegene Mondlandschaft. Einen Stopp rechtfertigen auch die „klingenden Steine“ auf dem Weg zur Sohle. Hier handelt es sich um Steine oder Felsen, die einen extrem hohen Eisenanteil haben und, wenn man mit einem Stein dagegen schlägt, einen unterschiedlich hohen sauberen Ton erzeugen. Je nach Größe unterschiedlich. Eine schöne Geschichte.

Boltwoodit 870x450

Gefährliche Schönheit

Eine Besonderheit nahe Goanikontes ist der Boltwoodit. Hier handelt es sich um ein sehr selten vorkommendes Uranmineral mit einem Urangehalt von ca. 55%. Die Kristalle entwickeln meist büschelige, gelbe Blumen ähnliche, Aggregate. Durch den hohen Urangehalt ist dieses Gebilde allerdings eminent gefährlich. Anfassen sollte man auf jeden Fall vermeiden und es ist auch nicht zu empfehlen, zu nah ran zu gehen. Die Strahlung ist zwar enorm aber der Boltwoodit ist auch außergewöhnlich schön.

Auf dem Bild wächst der Boltwoodit auf Rauchquarz und die Orange braune Farbe kommt besonders gut zur Geltung.

Überlebenspflanze Nara

Überall im Tal begegnet man der Nara. Die Narafrucht oder Nara-Melone, gehört zu den Kürbisgewächsen. Die Nara wächst vorwiegend in der Nähe von Trockenflüssen, wo die Wurzeln in großer Tiefe noch Wasser erreichen können. Die Früchte erreichen eine Größe von bis zu 10 Cm Durchmesser und einem Kilo und sind bei fast allen Tieren der Wüste sehr beliebt, sind doch groß und klein in einer Trockenwüste auf jeden Tropfen Wasser angewiesen. Die Früchte haben mit 70 % einen sehr hohen Wasseranteil und ersetzen die Wasserlöcher.

Nara Melonen Namibia 870x450

Die unverdaulichen Kerne werden von den Tieren, hauptsächlich von Elefanten, ausgeschieden und können sich so verbreiten.

Es war wieder eine beeindruckende Fahrt und ein beeindruckendes Erlebnis. Obwohl ich schon viele Male hier war, lässt einen dieses einzigartige, unglaubliche großartige Land nicht unverändert. Namibia ist und war wieder eine Reise wert.

Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

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