Vom heiß-trockenem Namibia in die Subtropen: „Caprivi“

Von Grootfontein ins Okavango Delta

Die Fahrt von Grootfontein über die B 8 bis Rundu zieht sich hin. Sie ist die einzige Verbindung von Zentral Namibia in den Nordosten des Landes und die einzige Verbindung durch den Caprivi bis Katima Mulilo. Von dort aus geht es mit guten Straßenverbindungen weiter nach Sambesi bis zur Grenze von Botswana und damit zu den Victoria Falls.

In Rundu decken wir uns noch einmal mit dem Notwendigsten ein und suchen uns eine Bleibe für die Nacht. Wir haben nichts vorgebucht, obwohl wir in einer Zeit unterwegs sind, in der viele Urlauber in Namibia unterwegs sind. Wir haben ja zur Not immer noch das Dachzelt, wenn wir auch möglichst darauf verzichten möchten. Rundu gehörte zu den ärmsten Städten in Namibia was sich erst durch die Vollendung des Trans Caprivi Highways bis nach Sambia änderte. Seither erfährt die Stadt jedoch einen wirtschaftlichen Aufschwung ohnegleichen. Rundu ist die zweitgrößte Stadt in Namibia und hat immerhin rund 60.000 Einwohner.

Vom Sandkasten in den Dschungel

Nach den Tagen der staubigen Trockenheit wirkt der Okavango, umgeben von dichtem Grün als willkommene Abwechslung. Direkt am Fluss gibt es eine Menge sehr guter Lodges. Von unserer Lodge kann man direkt auf das Wasser sehen und den Hippos „auf den Kopf spucken“.

Flusspferde am Okavango 870x450

Eine Flussfahrt ist obligatorisch und wir können den Sundowner so richtig genießen. Die Vielfalt der Tierlaute ist enorm. Man hört in der Ferne einen Löwen brüllen, und trotz der Flusspferde sieht man am Ufer Krokodile. Beide gehen sich lieber aus dem Weg.

Jetzt wissen wir auch, was es mit der „Roten Linie“ auf sich hat. Es handelt sich um einen Veterinärzaun, der quer durch Namibia geht. Durch den Zaun soll verhindert werden, dass Nutztiere aus dem Norden, die nicht von Krankheiten absolut frei sind und ohne jegliche Kontrolle leben, sich mit Tieren im Süden vermischen. Im Allgemeinen ist der Transport von Fleisch und anderen tierischen Produkten über die Grenze absolut verboten. Das wird auch streng kontrolliert.

Achtung: Wenn Sie frische Lebensmittel im Kühlschrank des Allrad haben, nehmen sie die nicht mit über die Grenze. Das erspart Ihnen sehr viel Ärger und kann auch recht teuer werden. Lediglich verschlossene Konserven sind erlaubt. Leider gibt es selten einen Hinweis darauf in Reisebeschreibungen oder in den Karten.

Wenn man vom Süden her anreist, ändert sich das Landschaftsbild abrupt. Hohe Bäume, in Namibia recht selten, ersetzen die Graslandschaften des Südens. Je weiter man kommt, desto dichter wird der Wald. Kleine Dörfer mit buntem Treiben lassen die einsamen Weiten vergessen. Direkt am Ufer des Okavango gibt es mehrere wirklich guter Lodges in denen zu übernachten sich lohnt. Auf der anderen Seite des Okavango beginnt die Fahrt in den Caprivi mit dem Mudumu–Nationalpark.

Schöne Unterkünfte 870x450

Der Mudumu Nationalpark ist außerordentlich wildreich. Neben Löwen und Elefanten gibt es auch seltene Antilopen, Zebras, Flusspferde, Krokodile Streifengnus und verschiedene Antilopenarten. Weiter gibt es über 400 Vogelarten, die den weitgehend unberührten Nationalpark mit ihrem melodiösen Gesang eine dauernde Geräuschkulisse geben.

Abenteuer oder selbstmörderischer Leichtsinn?

Das Gebiet des Mudumu Parks ist selbst für erfahrene Allradfahrer eine große Herausforderung. Die unbefestigten Straßen werden bei den geringsten Niederschlägen sofort unpassierbar. Hier macht sich bemerkbar, dass es sich um ein Flussdelta handelt. Weite Gebiete sind nur mit einem Boot zu erkunden. Durch seine abgelegene Lage und die Malariagefahr wird der Park nur wenig von Touristen besucht. Eine weitere Gefahrenquelle ist, dass „Straßenverbindungen“ teils durch unterschiedlich tiefes Wasser führen. Ein wenig ab vom Weg, und man „säuft ab.“ Ohne erfahrenen Guide ist es lebensgefährlich. Wenn als Orientierungspunkte nur in größeren Abständen Stangen aus dem Wasser ragen, wird einem selbst mit Guide flau im Magen. Man darf allerdings nicht vergessen, es handelt sich um ein Erlebnis, dass man sicher niemals vergisst.

https://youtu.be/0NWg8ReEXog

Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

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