Von Walvis Bay nach Sossusvlei, den größten Dünen der Welt

Nach einem schönen Aufenthalt in Swakopmund und Walvis Bay geht es weiter nach Süden.
Von Walvis Bay aus nehmen wir die C 14 quer durch den Namib Naukluftpark. Das ist die einzige Straße die wir ohne Permit befahren dürfen.

Der Namib-Naukluftpark ist mit einer Gesamtfläche von rund 50.000 Quadratkilometern Namibias größtes Naturschutzgebiet. Es umfasst einen rund 100 bis 150 Kilometer breiten Gürtel entlang der namibischen Küste, der im Norden am Swakop Flusstal beginnt und sich im Süden bis zur B4 nach Lüderitz erstreckt. Der überwiegende Teil dieses riesigen Gebietes ist für Menschen nicht zugänglich. Lediglich den kleinen Abschnitt nördlich des Kuiseb Flusses, das Naukluft Gebirge sowie das Sossusvlei in den Dünenfeldern kann man besuchen.

Gamsberg Pass 870x450

 

Landschaft von bizarrer Schönheit

Die C14 vermittelt einen Eindruck von den grandiosen Landschaften aus schroffen Bergmassiven und weiten Schotterebenen. Nach Durchfahren des sandigen Flussbetts des Kuiseb Riviers verlässt man das Parkgebiet.
Die Straße steigt anschließend steil an zum Kuiseb Pass und verzweigt sich dort. Links geht es auf der C26 zum Gamsberg Pass und weiter nach Windhoek, rechts geht es auf der C14 nach Solitaire und von dort auf der C19 nach Sesriem oder geradeaus in die Naukluft Berge. Beide Ziele liegen im Namib Naukluft Park. Die Landschaften in dieser gesamten Region sind überwältigend, ganz gleich wohin man schaut.

Das Landschaftsbild ändert sich auf dieser Strecke an mehreren Stellen auf ganz krasse Weise. Die roten Sanddünen erinnern stets daran, dass man an der Grenze des Namib Naukluft Parks entlangfährt. Erst durchfährt man eine Steppenlandschaft, dann geht es wieder steil bergauf.

Das Naukluft Gebirge mit seinen schroffen Felsmassiven und tief eingeschnittenen Flusstälern erhebt sich rund 1000 Meter über die Umgebung. Die höchsten Erhebungen erreichen 1949 m. Die Berge sind ein Wanderparadies. Hier gibt es sehr anspruchsvolle aber auch leichte Wandermöglichkeiten. Der Parkeingang zur Naukluft Sektion liegt an der D 854 Pad, die kurz vor der Farm Büllsport von der C14 abzweigt.

Naukluft Gebirge 870x450

Friedliches Land der wasserlosen Wüste

Wenige Kilometer vor Solitaire erreicht man den Gaub Pass. Eine Gerölllandschaft, deren Gesteinsschichten von Ziegelrot über Schwarz bis zu Sandstein reichen. Zwar eine Mondlandschaft, allerdings von unbeschreiblicher Schönheit. Alleine die Farbenvielfalt lässt das Herz eines jeden Fotografen höherschlagen.

Auf dem Weg nach Sossusvlei kommt man durch das Örtchen Solitaire. Dort gibt es immerhin eine Tankstelle, einen Tante-Emma-Laden, eine Bäckerei mit prima Deutschem Kuchen, und jede Menge verrosteter Oldtimer. Volltanken ist in Namibia immer wichtig, weiß man doch nie, wann man wieder Sprit bekommt. Wir hatten Glück, war doch der Tankwagen erst wenige Stunden vorher angekommen. Ohne Diesel hätten wir den Weg bis Sossusvlei nicht geschafft.

Landschaftlicher Höhepunkt im Namib Naukluft Park ist die Fahrt zum Sossusvlei. Es liegt inmitten der zentralen Dünen-Namib, die mit einer Fläche von rund 32.000 Quadratkilometern den größten Teil des Parks ausmacht.

Das Rest Camp von Sesriem liegt ca. 65 Kilometer vom Sossusvlei entfernt. Man muss eine gute Stunde Fahrzeit von Sesriem bis zum Sossusvlei einplanen. Die letzten 4 Kilometer bis zum Vlei sind extrem weichsandig. Man kann sie nur per 4×4 Geländewagen bewältigen.

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Der Sesriem Canon ist nur mit Allrad zu befahren

Geländewagenfahrer müssen Ihr Fahrzeug unbedingt in den 4×4 Modus schalten, bevor sie die Strecke befahren. Sinnvoll ist ferner, den Reifendruck deutlich zu reduzieren, so dass die Reifen weich und breit werden. Achtung: später unbedingt wieder aufpumpen nicht vergessen! Anschließend mit niedrigem Gang und hoher Drehzahl durch den Sand bis zum 4×4 Parkplatz am Rande des Vleis.

Im Zeitraum von zwei Millionen Jahren hat der Tsauchab Trockenfluss, den ca. ein Kilometer langen und bis zu 30 Meter tiefen Sesriem-Canyon in das Sedimentgestein hineingefressen. Der Name Sesriem kommt aus dem Afrikaans  und bedeutet so viel wie „sechs Riemen“, da die ersten Siedler sechs Riemen, die sie aus Tierfellen schnitten, aneinanderknüpfen mussten, um hier Wasser schöpfen zu können.

Die Natur hat in Namibia faszinierende Landschaften geformt

Der Sesriem-Canyon ist an manchen Stellen nur zwei Meter breit und hat eine permanente Wasserstelle, die viele Tiere nutzen. Im weiteren Verlauf wird er immer flacher und breiter, um danach ein flaches Flussbett, dessen Ufer sogar bewaldet sind.
Es gibt in Sesriem ein schönes staatliches Rest Camp. Die Camp Sites haben guten Schatten unter riesigen Kameldorn Bäumen. Die Camping Gebühr pro Nacht ist recht preiswert, erst recht, wenn man auch noch den günstigen Wechselkurs berücksichtigt. Der Platz ist sehr beliebt und deswegen auch schnell ausgebucht.

Es gibt seit 2007 auch eine staatliche Lodge im Park und wir ziehen es vor, hier zu übernachten. Das ist zwar sehr teuer, hat aber den Vorteil, dass Besucher vor Sonnenaufgang am Vlei sein bzw. bis nach dem Sonnenuntergang am Sossusvlei verweilen können, ansonsten entgeht einem wegen der ungünstigen Öffnungszeiten von 9 – 17 Uhr bei einem Ein-Tages-Besuch dieses tolle Schauspiel über dem riesigen Dünenpanorama. Die Lodge bietet 23 Chalets, Restaurant, Bar und Swimmingpool.

Das Farbenspiel des Sandes in Sossusvlei ist unbeschreiblich. Je nach Tageszeit wechseln die Farben von zartem Orange über Apricot bis zu kräftigem Rot. Wir machen eine ganze Menge Aufnahmen, versuchen die Farben in Bildern einzufangen. Meinem Bruder gelingt das irgendwie besser als mir. Ich vermute, dass er mit den Lichtverhältnissen besser vertraut ist, als ich. Hier werden die Bilder mit manueller Einstellung besser, als mit der Automatik.

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Auch das ist Sossusvlei. Die Tiere passen sich an!

Dem Tsauchab ist es zu verdanken, wenn sich die Gegend in ein bizarres „Märchenland“ verwandelt. Dies passiert ca. einmal pro Jahrzehnt, wenn es die seltenen Regenfälle gibt, die das Trockental überfluten. In Sossusvlei wie dem Nachbarbecken Dead Vlei verwandeln sich die ausgetrockneten Tonpfannen zu Seenlandschaften mit glasklarem Wasser. Der besondere Reiz liegt im Kontrast zwischen den temporären Seen und der umgebenden totalen Öde einer Wüstenlandschaft.

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Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

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