Wüstenelefanten sind Überlebenskünstler

Sand soweit das Auge reicht

Heißer Sand, wohin man auch blickt – die Namib ist die älteste Wüste der Welt, und gleichzeitig eine der lebensfeindlichsten. Und doch hat es eine Vielzahl von Tieren geschafft, sich an das harte Leben der Trockenheit anzupassen. Die größten unter ihnen sind Wüstenelefanten.

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Eine Besonderheit der Skelettküste sind die Sagen umwobenen Wüstenelefanten. Vor allem deshalb sagenhaft, weil Einheimische schon seit jeher immer wieder darüber berichtet haben, dass sie in der kargen Wasserlosen Öde Elefanten gesehen haben wollen.

Nach den Erkenntnissen von Wissenschaftlern war es aber unmöglich, dass Elefanten unter solchen Bedingungen, ohne Wasser und fast ohne Futter, existieren können.

Können hier Elefanten überleben?

Der zehnjährigen Forschung des bekannten Tierfilmer Ehepaars Bartlett ist es letztendlich zu verdanken, dass der Beweis geliefert werden konnte, dass diese Tiere tatsächlich im Skeleton Coast Park existieren. Die Bartletts haben die Tiere über Jahre vorwiegend zu Fuß verfolgt und sagenhaft schöne Filme und Bilder gemacht, die die Lebensweise dieser Spezies dokumentiert.

Umstritten war lange, ob es sich bei diesen Elefanten um eine Unterart des afrikanischen Elefanten handelt, oder nicht. Inzwischen ist man „fast“ sicher, dass es, ähnlich wie bei dem Waldelefanten, eine eigene Spezies ist.

Der Mars auf Erden.

Der Mars auf Erden 870x450

Um in der Wüste Namibias zu überleben, müssen sie lange, entbehrungsreiche Wanderungen auf sich nehmen. Auch die drückende Hitze schreckt die Tiere nicht ab. Selbst Temperaturen von bis zu 75°C in der Sonne ertragen sie problemlos.

Nur die Leitkuh weiß, wo die wenigen Wasserquellen zu finden sind. Nahrung ist knapp und die Hitze unerträglich, für Jungtiere könnte die nächste Wasserstelle schon zu spät kommen.

Durch eine faszinierende Eigenschaft können Wüstenelefanten eine versteckte Wasserquelle aufspüren. In ihren Füßen sitzen empfindliche Sensoren, die jede noch so kleine Bodenvibration, auch noch in größerer Tiefe, wahrnehmen. Das können zwar mehr oder weniger alle Elefanten, Wüstenelefanten sind hier, auch wegen der deutlich größeren Fußsohlen, besonders gut dafür geeignet. Auch die Fortbewegung in dem weichen Sand wird dadurch deutlich leichter.

Hoanib ausgetrocknet 870x450

Die Wüste lebt

So öde und leer das Hoanib-Tal auf den ersten Blick auch wirkt, hier verbergen sich zahlreiche Tiere. Schlangen, Chamäleons und sogar Säugetiere wie Oryx-Antilopen und Schakale haben in dem vermeintlich lebensfeindlichen Reich ihre Heimat gefunden.

Während die großen Säuger auf der Suche nach Wasser und Nahrung weite Strecken wandern, haben vor allem die kleinen Tiere verblüffende Strategien entwickelt, um zu überleben. Der Schwarzkäfer reckt seinen Panzer in die Höhe, damit Nebel auf seinem Körper kondensiert. Die entstehenden Tropfen rollen direkt in seine Mundöffnung. So löscht er seinen Durst. Der Namib-Gecko nutzt dazu seine großen Augen. Wenn Wasser darauf kondensiert, leckt er es einfach mit seiner langen Zunge ab.

Hier hilft auch eine Besonderheit. Da das Wasser des Benguelastrom lediglich 14 – 16°C beträgt, kommt es wegen der hohen Temperaturen in der Wüste zu Nebelbildungen. Der Nebel kondensiert und ist die Grundlage für das Überleben der kleineren Tiere.

Die Skelettküste gehört zu den ältesten Gesteinsformationen der Erde und wird auf ein Alter von 1,5 Milliarden Jahren geschätzt.

Wild Skeleton Coast 870x450

Dichte Nebel, Haushohe Wellen und unberechenbare Strömungen durch den Benguela-Strom, machen die Küste von jeher außerordentlich gefährlich für die Seefahrt.
Seit dem Mittelalter strandeten hier Hunderte von Schiffen. Die Schiffsbrüchigen, die sich hier an Land retten konnten, hatte keinerlei Überlebenschance. Sie mussten elend verdursten. Ihre Skelette bleichen noch heute in der Sonne, daher der Name.

Kleinste Regenfälle können zu einer tödlichen Gefahr werden

Alle paar Jahre sind die Regenfälle über der Wüste so reichhaltig, dass der Hoanib sich innerhalb weniger Stunden in einen reißenden Fluss verwandelt. Eine zerstörerische Flutwelle braust dann mit rasender Geschwindigkeit durch das Flussbett. Das Tal kann zur tödlichen Falle werden, auch für Elefanten!

Um die Wüstenelefanten zu Gesicht zu bekommen, braucht man schon ein wenig Glück. Die besten Informationen, wo sich gerade Wüstenelefanten aufhalten, bekommt man von den Farmern in dieser Gegend. Sie sind bestens informiert und verständigen sich untereinander. Die Wanderrouten sind bekannt und die Elefanten kommen immer wieder zu den Wasserlöchern und auch zu den Tränken, die Farmer angelegt haben. Auf der Suche nach Wasser haben die Elefanten immer wieder die Wasseranlagen der einheimischen Farmer zerstört und wurden deswegen gewildert. Von ursprünglich ca. 500 Tieren sank der Bestand auf gerade noch 80 Exemplare. Inzwischen soll sich der Bestand dank strenger Schutzbestimmungen wieder auf etwa 130 Tiere erholt haben.

Wüstenelefanten 870x450

Wüstenelefanten sind leicht zu erkennen

Manchmal stoßen auch Elefanten aus dem Etoscha Gebiet zu den Wüstenelefanten und könnten dort verwechselt werden. Wenn man allerdings ein klein wenig Übung hat, sieht man die Unterschiede schnell. Sie sind besonders gut an die Umgebung angepasst und sind etwas kleiner als ihre Artgenossen. Sie haben etwas längere Beine und die deutlich größeren Füße fallen auf. Die Wüstenelefanten können durchaus vier Tage ohne Wasser auskommen. Diese Bedingungen sind allerdings besonders schlimm für Jungtiere. Die Wüstenelefanten können sehr aggressiv reagieren, wenn sie sich bedroht fühlen.

In Namibia wird immer wieder eine Geschichte erzählt, wie eine Engländerin auf der Terrasse ihres Ferienhäuschen sitzend in ein Buch vertieft war als eine große Herde Elefanten vorbeizog. Erst ein Jungtier am Ende der Herde erschrak und trötete laut, was die Touristin ins Haus fliehen ließ.
Elefanten können so leise auftreten, dass man sie kaum bemerkt.

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Hans-Jürgen Röttger

Mein Name ist Hans-Jürgen Röttger und meine Reisen führten mich schon seit frühester Jugend in alle Welt. Schon als Schüler habe ich Europa erkundet, mit Freunden auf dem Fahrrad, dem Motorrad und kostengünstig mit dem Zelt. In den späteren Jahren war ich beruflich als Geschäftsführer in einem Bereich tätig, der mich sehr viel reisen ließ, vorwiegend innerhalb Europas und dem fernen Osten. 1963 wanderte mein Bruder nach Namibia aus und bewirtschaftet seit nunmehr fünfzig Jahren dort die Gästefarm "Erindi Onganga". Seit Mitte der 70er Jahre reise ich regelmäßig nach Namibia und mache fast immer Abstecher nach Kapstadt, was bei den günstigen Wechselkursen sehr preiswert möglich ist. Aber nicht Pauschalreisen sind es die mich reizen, (habe ich auch schon gemacht) sondern alleine oder mit meinem Bruder im 4x4 das Land zu erkunden. Jede Reise ist anders, und man muss sich immer neuen Herausforderungen stellen. Aber Vorsicht! Das faszinierende Land lässt einen nicht mehr los und man will immer wieder hin.

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