Marienflusstal, Ruhe vor dem Sturm

Die Schönheiten des Marienflusstal

Nach der aufregenden 12 Km langen Abfahrt vom Van Zyl’s Pass, für die wir fast 3 Stunden gebraucht hatten, öffnet sich vor uns das leere und weite Marienflusstal. Am Horizont erheben sich die Hartmannberge, die bis zum Kunene reichen. Das Marienflusstal ist eine Region so groß, dass sie vom Flugzeug in 10 km Höhe aus gut erkennbar ist.

Herrliche Fahrt in ruhiger Umgebung

Die Fahrt durch das sehr einsame Marienflusstal gehört sicher zu den schönsten Fahrten, die man im Kaokoveld machen kann. Auf einer ebenen sandigen Pad fährt man sanft über leicht welliges Gelände. Das ist der krasse Gegensatz zum Van Zyl’s Pass, den wir vorher passiert hatten. Hier besteht keine so große Gefahr, sich seine Reifen zu ruinieren, sind sie doch sowieso schon stark in Mitleidenschaft gezogen.

Rechts und links der Piste sieht man größere Springbockherden und auch Oryx Antilopen kreuzen den Weg. Hier gibt es ein paar schöne Fotomotive. Die orangenfarbige Piste und das weißgelbe Gras, dazwischen die Tiere, geben prima Bilder.

Fairy circles, Mythos oder Realität?

Im Marienflusstal fallen die Feenkreise auf. Das sind kreisrunde Flächen mit einem Durchmesser von wenigen Zentimetern bis zu 12 Metern, in denen absolut nichts wächst. In der Umgebung jedoch hat das Gras ganz normale Höhe. Jahrelang hat man keinen Grund dafür gefunden, warum das so war. Inzwischen hat eine internationale Forschergruppe in einer jahrelangen Studie nachgewiesen, dass es sich um Sandtermiten handelt, die im wahrsten Sinne ökologisch handeln.

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Die Sandtermite scheint den Boden von allen einjährigen Gräsern zu befreien, damit mögliches Regenwasser, das mit ca. 100 mm im Jahr recht selten ist, im Boden bleibt und nicht über das Gras verdunsten kann. Im Sandboden der Feenkreise ist eine durchschnittliche Feuchtigkeit von 5 % festgestellt worden, selbst nach jahrelanger Trockenperiode. Sandtermiten brauchen um zu überleben eine Luftfeuchtigkeit von 98%, und das wird durch den Wasserspeicher bewirkt. Diese Maßnahme ermöglicht den Termiten, einerseits eine Umgebung zu haben, in der sie leben können und andererseits auch in Trockenperioden am Rande der Kreisflächen Gras zu haben, das sie zum Leben benötigen. Natürlich kommt auch anderen Tieren das Gras zugute.

Wie auch immer, wir wollen zum Kunene und dann weiter Richtung Caprivi, dessen Name 2013 in „Sambesi Region“ umbenannt wurde. Daran muss ich mich noch gewöhnen.

Wilde Wasser stürzt 120 Meter in die Tiefe. Ruakana Falls

Der Kunene ist ein Fluss, der das ganze Jahr Wasser führt, was in Namibia nicht so oft vorkommt. Er entspringt auf einer Höhe von 1.800 Metern und fließt von Ost nach West bis zum Atlantik. Östlich von Ruacana wird der Kunene mit einem Damm gestaut. Das verbleibende Wasser ergießt sich in eine 120 Meter tiefe Schlucht, die Ruacana Falls. Die Ruacana Wasserfälle sind besonders in der Regenzeit beeindruckend, wenn viel Wasser den Flusslauf ansteigen lässt.

Wir erreichen den Ort Ruacana und sind froh, unsere Vorräte annähernd auffüllen zu können. Neben dem notwendigen Sprit gibt es noch einen kleinen Krämerladen, der in „überschaubarer“ Menge ein paar Notwenigkeiten anzubieten hat.

Unterhalb der Wasserfälle gibt es in etwa 2 Kilometern Entfernung einen sehr schönen und schattigen Campingplatz. Manchmal kann man hier auch Flusspferde beobachten.

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